Lerne unser Projekt näher kennen!
Theoretische Grundlage
Zu Beginn wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Dabei wurden zentrale Themen wie Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, Arbeitszeitmodelle, Arbeitszufriedenheit sowie lebensphasenorientiertes Arbeiten analysiert.
Diese theoretische Basis bildet die Grundlage für die Entwicklung der empirischen Fragestellung sowie die Konzeption der empirischen Untersuchung.
Methodik
Im Zentrum des Projekts steht folgende empirische Fragestellung:
In welchem Zusammenhang stehen die Nutzung und die subjektive Wahrnehmung bestehender Arbeitszeitmodelle mit der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden der Privatklinik Kettenbrücke, und inwiefern gibt es Unterschiede für Mitarbeiter:innen in verschieden Lebensphasen?
Forschungsdesign
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein quantitatives Forschungsdesign gewählt. Die Untersuchung erfolgte in Form einer standardisierten Mitarbeiterbefragung der Privatklinik Kettenbrücke.
Dieses Vorgehen ermöglichte es, die Nutzung und Wahrnehmung bestehender Arbeitszeitmodelle, arbeitszeitbezogene Bedürfnisse sowie Unterschiede zwischen verschiedenen Mitarbeitergruppen und Lebensphasen systematisch zu analysieren.
Stichprobe
Die Grundgesamtheit der Untersuchung umfasste zum Zeitpunkt der Befragung 411 Mitarbeitende der Privatklinik Kettenbrücke. An der Befragung nahmen insgesamt 74 Mitarbeitende teil. Die Stichprobe umfasste verschiedene Berufsgruppen, darunter insbesondere Mitarbeitende aus der Pflege, dem Back-Office sowie den Therapie- und medizintechnischen Berufen.
Datenerhebung
Die Datenerhebung erfolgte mittels eines strukturierten Online-Fragebogens (LimeSurvey), der sich an alle Mitarbeitenden der Privatklinik Kettenbrücke richtete. Die Teilnahme an der Befragung war freiwillig und anonym.
Erhoben wurden unter anderem folgende Inhalte:
Nutzung bestehender Arbeitszeitmodelle
Wahrnehmung der Arbeitszeitgestaltung (z. B. Fairness, Transparenz, Mitgestaltung)
allgemeine und arbeitsbezogene Arbeitszufriedenheit
Bedürfnisse hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung
lebensphasenspezifische Merkmale (z. B. berufliche Laufbahnphase, Betreuungspflichten und Haushaltssituation)
soziodemografische und arbeitsbezogene Merkmale
Datenauswertung
Die erhobenen Daten wurden deskriptiv ausgewertet. Dabei wurden Häufigkeiten, Prozentverteilungen und Mittelwerte berechnet, um die Stichprobe sowie die Nutzung und Wahrnehmung bestehender Arbeitszeitmodelle übersichtlich darzustellen. Ergänzend wurden Kreuztabellen erstellt, um Unterschiede zwischen Berufsgruppen, Lebensphasen und Nutzergruppen verschiedener Arbeitszeitmodelle sichtbar zu machen. Die qualitativen Freitextantworten wurden behutsam sprachlich bereinigt, ohne den Inhalt zu verändern. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die weitere Interpretation und die Ableitung von Handlungsfeldern.
Qualitätssicherung
Zur Sicherstellung einer hohen Datenqualität wurde besonderer Wert auf eine wissenschaftlich fundierte Vorgehensweise gelegt:
-
Einsatz eines standardisierten Online-Fragebogens
-
klare und verständliche Formulierung der Fragen
-
einheitliche Antwortformate
-
Entwicklung des Fragebogens auf Grundlage theoretischer Erkenntnisse und in Abstimmung mit der Privatklinik Kettenbrücke
-
transparente Dokumentation der Datenauswertung und aller Auswertungsschritte
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass die bestehenden Arbeitszeitmodelle von den Mitarbeitenden der Privatklinik Kettenbrücke insgesamt überwiegend positiv bewertet werden. Gleichzeitig wurden mehrere Themenbereiche sichtbar, die Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Arbeitszeitgestaltung bieten.
Nutzung der Arbeitszeitmodelle
Die Bekanntheit und Nutzung der Arbeitszeitmodelle unterscheiden sich deutlich. Am häufigsten genutzt wurden das fixe Dienst- bzw. Schichtmodell sowie die Dienstplanung mit Wunschäußerungen. Modelle wie Altersteilzeit oder das Dienstzeitenmodell „Schulferien“ wurden von den Befragten hingegen nicht genutzt.
Arbeitszufriedenheit (allgemein und arbeitszeitbezogen)
Die allgemeine Arbeitszufriedenheit fiel insgesamt hoch aus. Auch die arbeitszeitbezogene Zufriedenheit wurde überwiegend positiv bewertet. Die höchsten Zufriedenheitswerte erzielte das Modell Telearbeit/Homeoffice, gefolgt von Gleitzeit und Elternteilzeit. Die Werte des fixen Dienst- bzw. Schichtmodells und die der Dienstplanung mit Wunschäußerungen lagen ebenfalls im mittleren bis oberen Bereich, jedoch insgesamt etwas niedriger. Gleichzeitig zeigten einzelne qualitative Rückmeldungen Verbesserungsbedarf hinsichtlich Planbarkeit, Dienstfolgen und Erholungsmöglichkeiten.
Bedürfnisse hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung
Besonders wichtig waren den Mitarbeitenden Planbarkeit, eine gute Vereinbarkeit mit Familie, Mitbestimmung bei der Dienstplanung sowie ausreichend Flexibilität. Im Vergleich dazu standen einzelne Aspekte der Arbeitszeitlage, wie wenige Nachtdienste, weniger im Vordergrund.
Lebensphasen
Die Analyse zeigte Unterschiede zwischen den Lebensphasen der Mitarbeitenden. Während in der Familien- und Betreuungsphase vor allem Vereinbarkeit und planbare Arbeitszeiten im Vordergrund standen, gewannen in späteren Lebensphasen Flexibilität und Mitbestimmung an Bedeutung.
Zentrale Erkenntnisse
✔ Arbeitszeitmodelle werden insgesamt positiv bewertet.
✔ Hohe allgemeine und arbeitszeitbezogene Arbeitszufriedenheit.
✔ Planbarkeit ist das wichtigste Bedürfnis.
✔ Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Lebensphase.
✔ Fünf Handlungsfelder wurden identifiziert.
Identifikation von Handlungsfeldern
Aus den Ergebnissen der Untersuchung konnten fünf zentrale Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der Arbeitszeitgestaltung in der Privatklinik Kettenbrücke abgeleitet werden. Dabei handelt es sich nicht um konkrete Handlungsvorschläge, sondern um Themenbereiche, die aus Sicht der Mitarbeitenden besonderes Entwicklungspotenzial aufweisen und als Orientierung für zukünftige Maßnahmen dienen können.
Planbarkeit von Arbeitszeiten – frühzeitige Dienstplanung und verlässliche Planungsrhythmen
Fairness und Transparenz – nachvollziehbare Kommunikation und klare Kriterien bei Wunschdiensten
Tatsächliche Nutzbarkeit der Arbeitszeitmodelle – Anpassung bestehender Modelle an die Anforderungen des Arbeitsalltags
Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensphasen – stärkere Orientierung an den Bedürfnissen verschiedener Lebenssituationen
Arbeitsbelastung und Erholung – Berücksichtigung von Dienstfolgen, Pausen und Regenerationsmöglichkeiten
Ausblick
Die Ergebnisse bieten eine fundierte Grundlage, um bestehende Arbeitszeitmodelle gezielt zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Zukünftige Untersuchungen könnten die identifizierten Zusammenhänge in weiteren Gesundheitseinrichtungen überprüfen und so zusätzliche Erkenntnisse für eine lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung gewinnen.